Die Anlage

1. Annahmekontrolle

Jede an kommende Lieferung auf die Biogasanlage wird kontrolliert, gewogen und dokumentiert. Bei der Annahmekontrolle werden die Transportpapiere wie auch die Ladung kontrolliert. Bei der Annahmekontrolle gelten die Annahmekriterien der einzelnen Substrate (Bioabfall, Biomasse) laut den Vertragsbedingungen. Werden die Annahmekriterien nicht erfüllt, erfolgt eine Annahmeverweigerung. In diesem Fall werden die Transportkosten nicht von BaKoNa S.à r.l. getragen. Die Substrate werden in den anliefernden Fahrzeugen zur Gewichtsbestimmung auf der Fahrzeugwaage gewogen. Diese Wiegungen werden automatisch auf dem PC gespeichert und das Nummerschild des jeweiligen Transportfahrzeugs wird protokolliert. Von den angelieferten Substraten, werden regelmäßige Proben gezogen und im Labor untersucht. Nach Abkippen der Lieferung erfolgt eine weitere Wiegung der leeren Transporteinheit und der Wiegeschein wird dem Fahrer ausgehändigt.

2. Lagerung

Um Störungen oder Behinderungen des Betriebes zu verhindern, werden die einzelnen Substrate an den zugewiesenen Lagerstellen erst auf Anweisung durch Mitarbeiter der BaKoNa S.à r.l. abgekippt. Feste Biomassen (Festmist, Mais, Gras, Getreide, usw.) werden in der Fahrsiloanlage gelagert. Flüssige Substrate wie Gülle werden in Vorlagebehälter zwischengelagert. In der Betriebshalle wird der Bioabfall im Flachbunker gelagert und für den flüssigen Bioabfall steht ein Vorlagebehälter zur Verfügung.


3. Reinigung

Die EU Verordnung 1774/2002 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte schreibt eine Reinigung der Transporteinheiten und -behälter vor, wenn entsprechende Materialien, die unter diese EU Verordnung fallen, zur Lieferung gehörten. Für diesen Fall, wie auch im Allgemeinen besteht auf der Biogasanlage BaKoNa S.à r.l. die Möglichkeit die Anlieferfahrzeuge, auf dem betriebseigenen Waschplatz zu reinigen. Transportbehälter werden in der Waschstrasse gereinigt, so dass Kunden stets saubere Behälter zur Verfügung gestellt bekommen.

4. Aufbereitungstechnik

Die BaKoNa S.à r.l. ist eine Biogasanlage, die landwirtschaftliche Biomassen, sowie auch Bioabfälle vergärt. Zur Verarbeitung des organischen Abfalls ist eine spezielle Aufbereitungs- und Behandlungstechnik installiert.

  • Vorzerkleinerung und Dosierung des festen Biomülls
    Eine Schneckenmühle zerkleinert den Biomüll befreit den sich in Säcken befindlichen Abfall von der Umhüllung. Diese Mühle vermeidet außerdem, dass keine größeren Teile in die Aufbereitung gelangen und diese beschädigen könnten. Von der Schneckenmühle aus wird der vorbehandelte Biomüll über Transportbänder oder Schnecken in die nasse Biomüllaufbereitung gefördert.
  • Speisereste
    Die Speisereste werden in die geschlossene Betriebshalle angeliefert und werden in einen Annahmebunker aus Edelstahl gekippt. Von dort aus werden die Speisereste mit einer Schnecke direkt der Nassaufbereitung zugeführt. Flüssige Anteile werden mit einer geeigneten Pumpe der Nassaufbereitung zugeführt.

5. Biomüllaufbereitung

In der nassen Biomüllaufbereitung wird der Bioabfall mit Prozesswasser angemaischt und zu einer pumpfähigen Suspension umgewandelt. Es wird dabei, neben einer wirksamen Zerkleinerung der Abfälle (< 10 mm), auch eine Entfernung von Störstoffen wie Plastik, Glas, Steine und andere inerte Materialien erfolgen. Selbst Verbundmaterialien wie Milch- und Safttüten können in ihre vergärbaren und nicht-vergärbaren Bestandteile zerlegt werden. Die außen liegende Pappe wird zerfasert und in die Suspension eingebracht, während die alubeschichtete Kunststofffolie fachgerecht entsorgt wird. Es findet eine vollkommene Automatisierung dieses Trennvorgangs statt, so dass die Tätigkeit des Personals auf die Bedienung und Kontrolle der Maschinen beschränkt ist. Nach der Aufbereitung muss der pumpfähige Biomüll einer Hygienisierung entsprechend EU 1774 zugeführt werden.

6. Hygienisierung

Die Hygienisierung besteht aus 3 Tanks mit einem Volumen von 12 m³. Die homogene Suspension (zerkleinerter und aufgeweichter Biomasse) wird über Wärmetauscher auf 75°C erhitzt und in separaten Hygienisierungsbehältern für die Dauer von einer Stunde auf dieser Temperatur gehalten.

7. Biologische Entschwefelung

Das bisher gängigste Verfahren zur Reduzierung des Schwefelwasserstoffgehalts in Biogas ist die direkt im Fermenter stattfindende biologische Entschwefelung.

  • Biowäscher
    Aus ökologischen und ökonomischen Gründen wird auf der Anlage ein Biowäscher eingesetzt.

8. Gasaufbereitungsanlage

Das Verfahren beruht auf dem physikalischen Effekt der Lösung von Gasen in Flüssigkeiten. Die Löslichkeit steigt mit zunehmendem Druck an, weshalb mit komprimiertem Biogas gearbeitet wird. Bevor das Gas gewaschen wird, wird dieses von einem Kompressor verdichtet, wodurch sich das Gas erwärmt. Allerdings behindert diese Wärme den Aufbereitungsprozess. Deshalb wird das Gas über eine Kältemaschine wieder gekühlt und die Wärme zur Fermenterbeheizung genutzt. In der Absorptionskolonne rieselt im Gegenstrom Waschwasser durch das aufströmende Gas. Durch die kühle Temperatur und erhöhten Druck erhält das Wasser seine guten Wascheigenschaften und löst Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff, und andere Bestandteile aus dem Biogas. Das so auf bis zu 99 Prozent Methan angereicherte Bioerdgas wird abgezogen. Das gereinigte Bioerdgas wird anschließend getrocknet und auf Netzdruck geregelt werden, um dann in das öffentliche Gasnetz eingespeist zu werden.

9. Biofilter – Abluftreinigung

Die geruchsbeladene Abluft wird über den Ventilator angesaugt und in den Luftbefeuchter gedrückt. Nach intensiver Befeuchtung gelangt die Abluft über ein Verteilersystem in den Druckraum des Filterbehälters. Beim Aufsteigen durch das Filtermaterial werden Geruchsstoffe und andere organische Schadstoffe adsorbiert und durch Mikroorganismen abgebaut. Die gereinigte Luft gelangt anschließend in die Atmosphäre. Der Kondensatablauf wird gesammelt und wird dem Biogasprozess als Prozesswasser hinzugeführt.

10. Landwirtschaftliche Biomassen

Die festen, landwirtschaftlichen Biomassen (Festmist, Mais, Gras, Getreide, usw.) benötigen keine Vorbehandlung und werden per Feststoffeintragsystem dem Vergärungsprozess zugeführt. Gülle benötigt ebenfalls keine weiteren Behandlung und wird aus dem Vorlagebehälter dem Vergärungsprozess zugeführt.

11. Entsorgung Störstoffe

Die Störstoffe aus der Bioabfall-/ Biomassebehandlung werden getrennt und fachgerecht auf Kosten der BaKoNa S.à r.l. entsorgt.

12. Entsorgung Gärrest

Die Entsorgung des Gärrestes erfolgt durch Ausbringung auf den Betriebflächen vom Betreiber der BaKoNa S.à r.l. Die hieraus entstehenden Kosten werden von BaKoNa S.à r.l. getragen.